Begleitung und Unterstützung von Kindern bei der Konfliktlösung

Einmischen oder Selber-lösen lassen? Klassische Fälle beim Spielen zu Hause oder im Park, im Kindergarten oder Schule ? Erwachsene sind unsicher, inwieweit sie eingreifen sollen und geraten dabei mitunter sogar miteinander in Auseinandersetzungen.

Ein bewährter Ansatz ist die adäquate Begleitung/Anleitung dabei, Kinder Konflikte selbst lösen zu lassen. Dazu ist - besonders im akuten Fall - eine möglichst wertfreie Haltung und Übung erforderlich .

Schon bei sehr kleinen Kindern können mit ganz rudimentären Mitteln wie Körpersprache und wenigen Worten der Erwachsenen ermutigende und klärende Signale gesetzt werden.

Wesentlich bleibt, wie auch bei älteren Kindern, das wertfreie Wahr-Nehmen der Gefühle aller Beteiligten. Wichtig ist dabei ein Spiegeln der jeweiligen Betroffenheit (z.b. "Aha, Peter, du wolltest hier in Ruhe mit den Autos spielen; Aha,  Lukas, du wolltest gerne mitspielen..."), ein Hinterfragen der Ursachen für ein ( Fehl-)verhalten auf beiden Seiten, ohne voreilige Zuweisung der Täter und Opferrolle.

In diesem Zusammenhang ist manchmal zu bemerken, wie wenig wir Erwachsenen es tatsächlich verstehen, Trost zu spenden. Oft versuchen wir, einen Kummer "wegzureden" ("na geh`, ist doch nicht so schlimm"), und erzeugen damit tiefe Frustration.  Dabei ist gerade das Wahr-Nehmen, dieses Anerkennen einer Belastung meist der Schlüssel zum Loslassen für das Kind, weil es sich verstanden fühlt.

So kann auch dieser Punkt der Anerkennung einer Verletzung oder einer Frustration zum Wendepunkt bei der Begleitung eines Konfliktes werden.

In weiterer Folge können alternative Handlungformen gemeinsam erarbeitet werden.  "Ok, wie könntet ihr das jetzt anders lösen?"  Gezielte Fragen könnten z.B. zur Entscheidung der Kinder führen, Bedürfnisse lieber verbal zu äußern, anstatt zu schlagen.   Für  Kinder wirkt es sehr erleichternd, wenn sie sich selbst mit zusätzlichem Handlungsspielraum ausgestattet sehen.

Danach sind KInder für eine begleitete Versöhnung oft erstaunlich dankbar. Es geht also um ein Hinführen zu einem (altersentsprechenden) Dialog oder einer Form von Kommunikation zwischen den Kindern, wie z.b.:  "Ich verstehe, dass du in Ruhe spielen wolltest"; der/die andere:  " Und ich verstehe, dass du einfach nur mitspielen wolltest! Bitte frag mich nächstes Mal, ob du mitmachen kannst!" 

Durch dieses Äußern von Bedürfnissen wird eine Erweiterung des Handlungsspielraumes für die Kinder möglich. Bei sehr kleinen Kinder kann so ein Prozess in gewisser Weise non-verbal ablaufen. Gerne spielen sie dann mit dieser neuen Klarheit um das eigene Verhalten (und zukünftige Lösungsmöglichkeiten) sehr animiert weiter.

Die Bedeutung von Konfliktkompetenz für die Entwicklung von Kindern sollte nicht unterschätzt werden. Denn sie spielt eine wichtige Rolle bei der Entwicklung von Selbstwert und letztlich auch bei der Gewaltprävention.

Die gesellschaftspolitische Bedeutung des frühzeitigen Erlernens von Konfliktkompetenz braucht nicht besonders betont werden.

  • In sog. "Streitgruppen" für Vorschulkinder können Eltern und Kinder unter Anleitung üben, ihre Kinder bei Konflikten zu begleiten.
  • Schulkinder werden zu "peer mediators" ausgebildet, dh sie lernen Streitschlichtung für Gleichaltrige

Training (auch für andere Altersgruppen) bitte anfragen